Wie bist Du zur Fotografie gekommen?

Im Grunde hat das mit der Fotografie bei mir mit meinem zweiten Praktikum 2003 angefangen. Ich bin über eine kleine Webagentur an ein Praktikum in einer klassischen Agentur in Darmstadt rangekommen. Ulli (der Besitzer) hat mir während der Zeit alle möglichen Sachen zum Thema Design gezeigt. Aber am meisten hat mich sein Fotostudio im hinteren Teil der Agentur interessiert. Es war ein ziemlich unaufgeräumter Raum mit einer Leinwand, Blitzen und Lampen. Aber vor allem seine Hasselblad 500 hat mich wahnsinnig interessiert. Ich weiss noch wie ich hinterher war diese Kamera selbst einmal nutzen zu können. Aber es bedurfte ein wenig Überredungskunst samt einer verhältnismäßig langen Erklärung wie man diese Kamera zu halten hat, bevor ich diese einmal nutzen durfte. Was Mittelformat oder APS-C bedeutet war mir zu dem Zeitpunkt kein Begriff. Aber ich fand Gefallen an der Fotografie, und es passte auch perfekt zu meinem Studium das ich in dem Jahr angefangen hab, weil kreativ und so.

Was ist deine Lieblingskamera?

Das kommt immer auf den Anlaß an. Wenn ich in Frankfurt unterwegs bin für meine Streetfotos, dann nutz ich gerne meine Sony a6000 mit dem 32mm 1.7 Meike Objektiv. Ich hab lange zwischen dem 55mm 1.4 7Artisans und dem Meike hin und her geswitched, bin aber letztendlich beim Meike hängengeblieben, weil ich mit 32mm einfach nen Ticken mehr Ausschnitt bekomme. Croppen kann ich später immer noch.

Paralel dazu, wenn ich mit einer Filmkamera unterwegs bin nutze ich meine Canon AE-1. Eine solide Kamera die ende der 70ziger und Anfang der 80ziger ihren Höhepunkt hat. Massiv gebaut liegt die Kamera wunderbar in der Hand und produziert echt schöne Bilder.

Wenn ich Portrait fotografiere kam bis dato meine Nikon D90 zum Einsatz mit dem Sigma 17-50mm 2.8 Mit dem Crop-Faktor könnte man es mit dem 24-70mm 2.8 für Vollvormat irgendwo gleichsetzen, nur das es wesentlich günstiger ist. Inzwischen bin aber auch auf Vollformat umgestiegen und fotografiere mit der Nikon D700.

Welche Kamera würdest Du gerne besitzen?

Für Streetfotografie gibt es eigentlich für mich nur eine Kamera: Die Leica Q. Ob nun die Q oder die Q Mark II ist mir in dem Fall egal. Hauptsache Leica Q. Ich brauch keine Wechselobjektive, wenn ich unterwegs bin. Das 28mm 1,7 Summilux ist alles was man als Streetfotograf braucht.

Wenn es um Portrait und Hochzeit geht, hätte ich gerne die Nikon D750. Wenn mich jemand jetzt fragt, warum sowas altes…schlichtweg “Zuverlässig, Robust und eine Tonne an möglichen Objektiven” wäre meine Antwort.

Wie wichtig ist deiner Meinung nach Equipment?

Depends. In der Streetphotografie spielt das Equipment meiner Ansicht nach überhaupt keine Rolle. Jedes mittelmäßige Smartphone reicht meiner Meinung nach um Streetphotography zu machen. Hier geht s auch nicht darum das schärfste aller Bilder zu kreieren, sondern darum den Moment einzufangen. Das gilt aber nicht, wenn es um kommerzielle Fotografie geht. Hier sollte man zu soliden Kamera Bodys und vor allem soliden Objektiven greifen.

Analog oder Digital, wie fotografierst Du lieber?

Hätte man mich das 2019 gefragt, hätte ich klar “Digital” gesagt. Seit ich aber dieses Jahr wieder mit analoger Fotografie angefangen hab, ist die Antwort nicht so leicht. Der Prozess der klassischen Fotografie ist ein komplett anderer. Bei meinen Digitalkameras feuer ich so lange bis die Speicherkarte voll oder der Akku leer ist. Das führt zu ner Menge Ausschuss. Bei einer Filmkamera geht das nicht. 36 Bilder…that´s it. Der Film kostet mich 8 EUR und das Entwickeln nochmal 5 EUR. Das sind 13 EUR für 36 Bilder. Da überlegt man sehr viel mehr was man wie fotografiert. Das hat meinen Prozess sehr verlangsamt, aber genau das tut bei dieser Art der Fotografie so gut. Man wird sehr viel ruhiger, wenn man analog fotografiert. Daher kann ich die Frage so nicht beantworten.

Schwarz/weiß oder Farbe...wie fotografierst du lieber?

Ich tendiere klar zu blackandwhite. Keine Ahnung….es ist eine reduziertere Art Dinge darzustellen. Man kann vielmehr Fokus auf eine bestimmte Sache legen, was mir bei Farbe nicht klappen will. Aber das ist eine persönliche Sache. Ich fotografiere supergerne Farbe mit meinen Analog-Kameras. Die Farben, die man mit dem Kodak Color 200Plus bekommt haben einen gewissen Charm, den ich so nicht ohne weiteres mit Lightroom herstellen kann. Die andere Frage wäre dann aber auch: Warum sollte man das auch tun?

Wer inspiriert dich?

Seit ich vor ein paar Jahren “The artist series” von Ted Forbes gesehen habe, habe ich angefangen mich mit den großen Fotografen des letzten Jahrhunderts zu beschäftigen. Menschen wie Robert Frank, Jeff Mermelstein, Vivan Maier und vor allem die Bilder von Fan Ho haben mich inspiriert. Bei Fan Ho bin ich auch irgendwie hängen geblieben. Seine Fotografien von Hongkong aus den 50zigern wirken so magisch auf mich das ich immer wieder mich erwische bei seinen Bildern hängen zu bleiben. Diese Art wie er einzelne Personen in seine Bilder als Teil der Szene zu setzen ist schlichtweg “faszinierend”. Aber auch Youtuber von heute inspireren mich. Ich schaue regelmäßig mir die Videos von Sean Tucker und Matt Day an…und auch (gerade wenn es um analoge Fotografie geht) bin ich bei Willem Verbeek und King Jvpes #MinoltaGang zu finden. Ich mag ihre Art wie sie über Fotografie reden. Nicht in dem lauten und nervigen Stil den ein Jarded Polin oder Tony & Chelsea Northrup haben…die mag ich nicht so. Aber is ne Geschmacksfrage.

Niemand aus Deutschland?

Na ja…stimmt nicht ganz..ich schau mir auch hin und wieder Videos von Karin Majorka und Samuel L. Streetlife an…aber sie haben jetzt nicht diesen Impact bei mir, wie die Videos der Leute die ich oben genannt hab. Als Fotografen haben mich August Sander und Barbara Klemm fasziniert. Barbara Klemms Foto´s haben etwas zeitlos dokumentarisches der deutschen Nachkriegsgeschichte, die ich so bei niemand anderem bis dato gefunden hab.

Was ist dein Lieblings Youtube-Video zum Thema Fotografie?

Das hier…weil es eine essentielle Frage zum Thema Fotografie für mich in den Vordergrund stellt…ich will das auch nicht groß beschreiben, weil ich finde, jeder sollte sich seine eigene Meinung bilden:

Abschließend: Dein Lieblingszitat

“The single most important component of a camera is the twelve inches behind it.”
Ansel Adams
Fotograf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.