ANOTHER DAY IN PARADISE​

Ich hab lange überlegt, ob ich dieses Foto veröffentliche, da ich eigentlich einen moralischen Grundsatz bei meinen Fotos habe. Ich fotografiere keine Obdachlosen oder Menschen die nicht so viel Glück im Leben haben. Ich werde das Foto auch nicht auf Instagram posten, um dafür “likes” zu kassieren.

Aber es ist ein wichtiges Foto. Vielleicht sogar das wichtigste Foto das ich dieses Jahr gemacht habe, und ich muss das mal kommentieren und meine Emotionen niederschreiben.

Hier in Frankfurt haben wir eine Menge Menschen, die auf die Unterstützung von anderen Menschen angewiesen sind. Ob diese von Vater Staat kommt, oder von den Menschen die auf der Strasse ein paar Cent geben.

Was für mich das Wesentlichste an diesem Foto ist, ist dieses Gefühl das dieser Mensch scheinbar nicht zu existieren scheint. Kein Mensch beachtet ihn. Er steht da mit seinem Becher und gestützt auf seine Krücke, und nicht eine Person scheint Notiz von ihm zu nehmen. Es scheint ein Spiegelbild unserer Gesellschaft zu sein, dass wir die Augen wegdrehen, wenn es darum geht zu registrieren das es nicht allen von so toll geht wie dir und mir.

We are blessed.  Wir haben ein Dach über dem Kopf, wir können unsere Kühlschränke mit Essen und Trinken füllen und wir können uns Hobbies leisten (wie z.B. Fotografie) und das Wichtigste: Wir sind gesund. Es gibt Menschen, die haben vielleicht nicht dieses Glück. Deshalb sollte man hier und da ein wenig Mitgefühl zeigen. Hier und da mal einen Euro in den Becher werfen. Es geht nicht darum die Welt zu retten. Das schafft der Einzelne nicht. Und wir haben alle limitierte Ressourcen (Geld, Zeit), aber ein wenig hier, ein wenig da. Wenn jeder so denken würde, dann würde es vielleicht ein wenig besser in dieser Welt zugehen.