ICH UND DIE KAMERA

Das ist meine Seite, und heiße Christan. Hello! Wenn Du schon hier bist, dann hast Du mit Sicherheit recht schnell bemerkt um was hier geht: Es geht um Frankfurt am Main Es geht um Fotografie Ich verbinde Beides. Ich lebe seit knapp 10 Jahren hier in Mainhattan. Ich mag diesen Begriff Mainhattan, weil es einfach die Homage an Manhattan mit seiner Skyline ist. Und es ist unbestritten, dass keine andere Stadt in Deutschland so eine Skyline mit so vielen Skyscrapern vorweisen kann. Es dürfte so 18 Jahre her sein, dass ich die erste Digitalkamera in der Hand hielt und mehr machen wollte als nur Urlaubsfotos. Damals war das nur Interesse an der digitalen Technik … eine Kamera mit der man so viele Fotos machen konnte, und nicht mehr auf die 36 Bilder limitiert war. Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern. Es war eine Olympus und irgendwas in Richtung der D340. Im Vergleich zu heute eine erbärmliche Auflösung und die SD Karten von damals hatte nur ein paar MB, die für eine Handvoll Bilder reichten. Meine Begeisterung für die Fotografie entfacht hat mein erstes Kreativ-Praktikum 2003 und ein Name: “Hasselblad”. Ich hab in einer kleinen Agentur in Darmstadt ein Praktikum absolviert, das auch ein kleines Fotostudio hatte. Und da war sie. Es muss eine Hasselblad 500C gewesen sein (Ulli, wenn Du das liest und ich falsch liege, schreib mir mal zurück). Die schönste Kamera der Welt…und die verdammt teuerste Kamera die ich bis dato in meinem Leben gesehen und in Händen gehalten hab. Von diesem Moment an war Fotografie in meinem Leben. Ich wollte fotografieren. Und ich hatte keine Kamera…ich hatte keine Kohle…aber ich wollte fotografieren. Das stand fest.

Es hat dann zwei Jahre noch gedauert bis ich mir meine erste Digitalkamera gekauft hab eine Panasonic Lumix LZ20 und ich war völlig überfordert auf was man eigentlich beim Kauf einer Kamera achten sollte. Letztendlich hat mich der 21 fach optische Zoom überzeugt. Eigentlich das dümmste Argument ever. Aber wenn man nicht so genau weiß worauf man beim Kauf einer Kamera achten muss, dann macht man das so. Dann orientiert sich an dem was man (denkt zu) verstehen. Mit der DMC LZ-20 hab ich dann gut 4 Jahre fotografiert. Ich war auf “Fototouren” in Darmstadt mit meiner Kommilitonin Kathrin und dabei ist auch dieses Bild entstanden. “Girl in the Park”. Ich hab oft überlegt, ob ich jetzt den Mülleimer wegretuschiere….heute kann ich das ohne Probleme, da ich inzwischen auch mit Photoshop umzugehen weiß. Aber ich mach das nicht, weil es das Bild zerstören würde. Es ist nicht perfekt…aber es ist wie es ist. Und ich habe entschieden damals das es ok ist. Es zeigt aber auch schon eine Sache sehr deutlich: Ich hatte schon damals einen Febel für schwarz/weiß Fotografie…auch ganz ohne das mit Youtube, einen Professor oder irgendein anderer Mensch mir sagt das S/W faszinierend ist.

Vor etwa 9 Jahren hab ich mir dann meine erste DSLR gekauft. Die Nikon D3000. Sie war im Angebot mit der üblichen Kit-Lense um die 500 EUR und ich hab direkt zugeschlagen und mir gleich noch das Tamron 70-300mm gekauft. Ich wollte ja wieder zoomen…möglichst nah an alles ran gehen. Ich hab die Kamera mitgenommen…in den Urlaub…hab die üblichen Schnappschüsse…ich war auch mit meiner Frau bei einem Fotokurs an der Volkshochschule…einfach weil das so Spass gemacht hat und ich mal wissen wollte, was es mit diesem Drehrad an meiner Kamera auf sich hat…wofür dieses “A” und das “M” und das “S” steht….and what the fuck is Shutterspeed?!?! Das war ok.

Und dann herrschte lange Zeit Ruhe um das Thema. Ich hatte andere Sachen zu tun. Hauptsächlich hab ich gezockt. World of Warcraft und Dota2 waren viel cooler als fotografieren. “And then came Polly”…ok, eigentlich war´s mein Chef Sebastian der mir von seiner Foto-Community erzählt hat und dann war da sowas das sich “Scott Kelby Photowalk” nannte, wo ich dann auch einfach mal mitgelaufen bin. Wenn ich irgendwann einmal gefragt werde, an welchem Punkt sich mein Blick auf Fotografie entscheidend gedreht hat…dann war das hier. Fotografie rückte massiv ins Zentrum meiner Aufmerksamkeit. Aber es war nicht nur das ich mich das erste Mal wirklich mit der Kamera, die ich besitze auseinander gesetzt habe, ich hab etwas anderes bemerkt: Mein Blick hat sich verändert. Ich hab Dinge anders wahrgenommen. Plötzlich waren das keine Gebäude mehr…sondern Strukturen mit Schatten und Kanten. Und das Bild hat sich verändert wenn ich auch nur einen Schritt nach links oder rechts gegangen bin. Wenn ich 10 Minuten gewartet hab, war der Schatten plötzlich anders. Irgendwie war das “Mindblowing”.

Teaser Fotografie

In der Zeit habe ich mich auch das erste Mal mit dem Thema Objektiv beschäftigt. Nicht immer nur zoomen, zoomen, zoomen…Licht ist das Thema, warum ist das F1.8 besser in bestimmten Situationen als F3.5? Solche Dinge gewannen auf einmal Bedeutung.

Das war dann auch der Punkt, als ich meine Ausrüstung aufgewertet habe und mir mein treues Schlachtross, die Nikon D90, gekauft hab. Für mich die beste Kamera, die ich je besessen hab. Ich bin, wie Viele, inzwischen auch auf Sony Alpha unterwegs, aber das hat eher was damit zu tun das meine alpha 6000 viel kleiner und leichter ist….und ich ein paar ziemlich spannende Objektive dafür gekauft habe (für kleines Geld). Wenn mich aber jemand bittet ein Foto von ihm zu machen (für Bewerbungen oder so), dann werde ich immer die Nikon nutzen. Sie ist groß und schwer…aber ich komm mit dieser Kamera super zurecht. Vor allem weil ich mich daran gewöhnt habe, Blende und Verschlusszeit mit den beiden Rädern einzustellen ohne das ich mein Auge vom Sucher wegnehmen muss. Außerdem geht nix über mein Nifty-Fifty (50mm F1.8). Die meisten meiner (nach meinem Maßstab) guten Bilder, die ich hier poste sind mit der Nikon gemacht.

Aber noch viel mehr Bedeutung als mein Zubehör hat mich das Schaffen anderer Fotografen bewegt. Fotografen wie Harlod Feinstein, Vivian Meyer oder, ganz gross, die Arbeiten von Fan Ho. Menschen die eine Kamera nutzen lange bevor es die Digitale Revolution gab. Und sie haben auch Fotos gemacht….Fotos die mich einfach nur bewegen und inspirieren. Wenn Fotografie “Malen mit Licht” bedeutet, dann sind das die Rembrands und Dürers der Neuzeit.

Seitdem ich mich so mit der Fotografie beschäftige gehe ich sehr hart mit Fotos ins Gericht. Hauptsächlich mit meinen Fotos. Das hat folgende Konsequenz: Ich gehe auf meine Fototour….laufe 3-4 Stunden durch Frankfurt….mache im Schnitt 100 Bilder…danach setz ich mich an meinen Rechner und kann beim ersten durchgucken etwa 90 Bilder sofort in die Tonne treten. Es geht noch nicht einmal darum das die Bilder scharf sind. Es geht mir darum: Fühle ich irgendwas, wenn ich das Bild betrachte. Meistens verneine ich diese Frage und damit ist dieses Bild erledigt. Und ich lege inzwischen diesen Maßstab an alle meine Bilder an und bin frustriert das ich so viel Grütze produziert hab. Aber es gibt Bilder die gefallen mir wirklich. 

Ich möchte, wenn ich fotografiere, etwas empfinden. Irgendeine Art von Emotion…gleiche welcher Natur. Wenn das der Fall ist, ist das Bild gut und ich zufrieden.